Ja Man! Die letzten 3 Tage, also Freitag, Samstag und Sonntag haben wir ziemlich entspannt und bewegungslos an und um unsere(r) Holzhütte im Bananas Garden verbracht. Schließlich mussten wir von den hektischen Tagen in New York erstmal runterkommen. Ist auch ein ordentlicher Kulturschuck gewesen, von einer der wuseligsten Städte der USA hier her zu kommen.
Aber Bed&Breakfast heißt nunmal auch Bed aber No Lunch&Dinner also haben nwir uns im Wise Choice "Supermarkt", in dem wir meistens die einzigen Whiteys sind, mit Zutaten für unsern Campingkocher versorgt, oder wir haben was aus/bei einer der nahegelegenden Bars, Restaurants und Jerk Chicken Stände (Holzhütten mit Ölfassgrills) geholt/gegessen.
Der Weg zum Wise Choice Grocery Markt ist schon immer ein kleines lustiges Abenteuer. Man macht immer mindestens 3 neue Freunde, die was zu essen, Musik, Getränke oder sonst was in ihrer Hütte oder Hosentasche anzubieten haben. Der Hinweis aus den Reiseführern freundlich abzulehnen klappt seit dem Armband Rasta vom ersten Tag auch gut. Ein anderer Hinweis war auch auf keinen Fall ignorierend vorbei zu gehen - no disrespect man. Also mit jeden ein kleines Schwätzchen halten. Meistens wollen sie dann noch ein Faust auf Faust Handschlag "Big up. Bless. Later Mon" und ggf. noch den Namen oder so was wissen z.B: "Where are you guys from?" "we're from Germany (man)" "Ahh, Olles kloar, mon?!"
Das ist aber alles eher interessant (v.a. das Patois) als lästig gewesen bisher. Der Jamaikaner ansich ist ein stolzes Volk. Die würden niemals jemanden hinterherrennen mit "Please please please buy my sunglasses, beautiful watches, mon". (sagen meine Bücher - mal sehen :P)
Was nicht heißt das sie ihren Service oder Waren nicht aktiv bewerben.. :).
Ich hatte mir den Namen vom den Armbrand Rasta vom ersten Tag gemerkt (Russel), als er uns dann neulich wieder ansprach begrüßte ich ihn mit "Hey Russel". Hat er sich gefreut der Rasta und als ich ihn erinnerte das wir schon ein Armband von ihn haben gab es nen Handschlag und "Ja Man, Later."
Ein echtes Jerkchicken ("mit alles" ^^ ) von einer der Holzhütten haben wir gestern mal probiert. Mit ner Art Grünkohl, Reis u Bohnen und halt einem würzig marinierten Gockel im Ölfaßgrill gebraten und am Knochen zerhackt, vermutlich mit einer rieseigen Machete - haben wir aber nicht gesehen :) Wir hatten das Menü aufm Weg zum Grocery Markt bestellt, und als wir zurückkamen war alles in Styropor Packungen verpackt und ready to goah, man.
Heute waren wir spazieren und (fast) am westlichsten Punkt Jamaikas, ein Leuchtturm auf den Klippen. Das ist wenn überhaupt 1 km vom Bananas Garten weg. Leider war das Tor zu und der Leuchtturmmann nicht da (Sonntag). So gab es nur nen Foto von unten.
Zurück sind wir in die "LTU Bar" eingekehrt (nicht die deutsche Fluggesellschaft :P) und hatten Curryscampys, Hummer und gefülltes Huhn 20m über den Klippen.
Opal, die gute Seele des Gartens kommt auch immer mal rum und erzählt was, macht die Hütte frisch mit nem Lied auf den Lippen und erklärt viel von Jamakanischen Gewohnheiten. Religion ist hier ein ganz großes Ding. Es gibt in keinem Land mehr Kirchen pro qm als in Jamaica. Viele sind christlich und neben einigen wenigen "Naturreligionen" gibt es viele kleinere christlich angelehnte. Wo u.a. und ansich auch Rastafari dazugehört, die auch für sich Messen in bestimmten Kirchen halten. Allerdings ist das hier auch keine "offizielle" oder eingetragene Religion... Naja, könnt ihr ja auch bei Wikipedia nachlesen, man :)
Heute hatte bspw Asher, eine der anderen Angestellten frei um zur Kirche zu gehen und wohl so eine Art Fastenbrechen, mit gemeinsamen reinhauen nach dem Gospel-Gottesdienst. Nächste Woche ist ja auch Aschermittwoch, Feiertag auf Jamaica.
Opal hatte Hoffnungen, dass wir helfen können ihre neue Universal Fernbedienung für ihren Fernseher zu programmieren. "Cause ya work wit di Computers; My TV is almost like a Computa, ya knoaw,..."
Leider war bei den 789 verschiedenen Codierungen keiner dabei der mit dem exotischen Fernseher sprechen wollte. Ich schick den Kinner vorbei. :P
Zu Besuch kommen öfter auch mal die beiden Hunde die auf den Garten aufpassen. Wobei ich irgendwie bezweifle, dass die beiden gute Wachhunde darstellen. Bellen tun die nur um die Wette, mit den Hunden von nebenan.
Tagsüber kann man auf unserer Veranda von allen Seiten aus der Nachbarschaft Reggae oder Dancehall hören. Wie aufm Zeltplatz beim Reggaefestival :P
Zum Sonnenuntergang können wir immer die Band bei Ricks Cafe hören. Im (englischsprachigen) Reiseführer war sie mit dem deutsch/jidiischen Wort "schmaltz" umschrieben :) Ist aber keine schechte Band nur halt eher "verpopt" oder verweicht. Whitney hat uns übrigens von NY hierher verfolgt. Erst hat man sie dort überall gehört und gesehen und dann hat Ricks Band am ersten Abend zu Ihren Ehren einen zum besten gegeben. :) rip
So vergingen die Tage für Inga damit als Hebamme durchs Mittelalter zu laufen und ich verfrachtete als Englands meistgesuchter Haschischschmuggler der 70er-80er Tonnen von Marijuana von Thailand nach Europa und Kalifornien. Zwischendurch legten wir aber die Bücher ab und machten uns einen Blue Mountain Kaffee ausm Supermarkt und guckten in den Garten oder versorgten unsere Moskitostiche, u.a. mit Buschmedizin: Aufgeschnitte Aloe Vera Pflanze draufreiben.
Gruß an alle
Bless.
Later, man.
Inga u Ralph
Jetzt endlch auch mal wieder mit Bildern. Eine kleine Auswahl der letzten Tage:
(hatte eigentlich noch mehr ausgesucht. aber das w-lan scheint hier über ein klingeldraht zu gehen... :P)
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